Aller Anfang ist schwer
Der Ansatz (Embouchure) ist einer der wichtigsten und zugleich anspruchsvollsten Aspekte des Quenaspiels. Anders als bei einer Blockflöte gibt es kein Mundstück, das den Luftstrom führt. Stattdessen muss der Spieler den Luftstrahl selbst so formen, dass er präzise auf die Blaskante der Quena trifft. Gerade Anfänger benötigen häufig einige Tage oder Wochen, bis sie einen stabilen und klaren Ton erzeugen können.
Die Quena wird leicht schräg nach unten gehalten. Die obere Kante des Instruments liegt sanft an der Unterlippe an, während sich die Kerbe (Notch) mittig unter der Oberlippe befindet.
Der Ton entsteht, indem der Luftstrahl exakt auf die gegenüberliegende scharfe Blaskante der Kerbe trifft. Bereits kleinste Veränderungen des Luftwinkels beeinflussen den Klang deutlich.
Ein guter Luftstrahl ist:
Die Lippen bilden eine kleine, entspannte Öffnung. Die Unterlippe trägt die Quena, während die Oberlippe den Luftstrahl formt.
Jeder Spieler entwickelt im Laufe der Zeit seinen persönlichen optimalen Blaswinkel. Meist liegt dieser zwischen etwa 35 und 45 Grad zur Instrumentenachse. Kleine Veränderungen der Kopfhaltung oder der Instrumentenposition reichen oft aus, um den Klang deutlich zu verbessern.
Einer der häufigsten Anfängerfehler besteht darin, zu kräftig zu blasen. Ein schöner Quenaton entsteht nicht durch viel Luft, sondern durch einen präzise geführten Luftstrahl. Mit zunehmender Übung lässt sich der Luftdruck der jeweiligen Tonhöhe und Lautstärke anpassen.
Ein gut entwickelter Ansatz erzeugt einen Ton, der:
Ist der Luftstrahl nicht optimal ausgerichtet, klingt der Ton oft luftig oder rau und verliert an Stabilität.
Für höhere Töne genügt es nicht, einfach stärker zu blasen. Gleichzeitig wird der Luftstrahl schmaler, der Blaswinkel etwas steiler und der Luftdruck leicht erhöht. Erst das Zusammenspiel dieser Faktoren ermöglicht einen sauberen Wechsel in die zweite Oktave.
Viele erfahrene Quenaspieler beschreiben den Ansatz mit einem einfachen Bild: Man bläst nicht in die Flöte hinein, sondern über ihre Blaskante hinweg. Der Ton entsteht genau dort, wo der Luftstrahl auf die scharfe Kante der Kerbe trifft. Hat man diesen Punkt gefunden, wird der Klang stabil, klar und ausdrucksstark.
Gutes Video zum Ansatz auf Englisch: Auf YouTube ansehen
Alles rund um die Quena.
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